Erklärung der Muslimischen Dachverbände in Bayern zu den Anti-Pegida Kundgebungen und dem Terrorakt in Paris

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Erklärung der Muslimischen Dachverbände in Bayern am 9.1.2015 zu den Anti-Pegida Kundgebungen und dem Terrorakt in Paris vom 7.1.2015:

„Muslime beteiligen sich bei Anti-Pegida und verachten den Terrorakt in Paris“

Die Muslimischen Dachverbände und Religionsgemeinschaften in Bayern (DITIB, IGMG, VIKZ, UIAZD, IGBD und Muslimrat München) bedanken sich bei den Initiatoren und Teilnehmern an den Anti-Pegida Veranstaltungen in München. Es macht uns Mut, wie sich unsere Gesellschaft gegen „Pegida“ gestellt und ein deutliches Zeichen gegen Fremden- und Islamfeindlichkeit gesetzt hat. Wir bedanken uns für diesen gesellschaftlichen Ruck, auch angetrieben durch die katholische und evangelische Kirche, dem Zentralrat der Juden, der Staatsregierung, der Stadt München und den demokratischen Parteien, der uns Hoffnung gibt. Wir Muslime wollen zusammen mit engagierten Münchner Initiativen ein Zeichen für ein weltoffenes, vielfältiges und tolerantes München setzen! Wir rufen auch unsere Mitglieder auf, an den Anti-Pegida Veranstaltungen in München teilzunehmen.

Wenn Menschen Woche für Woche gegen vermeintliche Fremde im Allgemeinen und gegen Muslime im Besonderen auf die Straße gehen, müssen wir darauf antworten und uns alle dagegen stellen. Wir freuen wir uns, dass an den Montagabenden in München, Hamburg, Berlin, Stuttgart, Frankfurt, Münster und Köln Tausende Menschen sich gegen Pegida stellen. Alleine 12.000 in München am 22. Dezember 2014, zusammen mit dem Oberbürgermeister Dieter Reiter. Danke München!

Das war ein klares Zeichen gegen PEGIDA, MÜGIDA, BAGIDA und gegen alle, die gegen Flüchtlinge oder den Islam hetzen. München hat sich als weltoffene Stadt präsentiert, in der Platz ist für Menschen verschiedener Herkunft, Kultur oder Religion, aber kein Platz für rassistische Hetze!

Am 07.01.2015 hat sich in der französischen Hauptstadt Paris bei dem Satiremagazin Charlie Hebdo ein terroristischer Akt ereignet. Diesen grausamen Angriff auf „Charlie Hebdo verurteilen wir als Islamische Religionsgemeinschaften in Bayern auf das Schärfste. Diesen Terroranschlag, bei dem insgesamt 12 Menschen, einschließlich zwei Polizisten, ihr Leben verloren und viele verletzt wurden, bewerten wir als Angriff auf die Menschheit. Dies ist niederträchtig und absolut inakzeptabel. Was geschehen ist, wird von der Religion des Islam, dem Verstand und der natürlichen Anlage des Menschen abgelehnt.

Allah, unser aller Schöpfer, gebietet die Achtung seiner vielfältigen Schöpfung. Die Unverletzlichkeit des Menschen, seiner Würde und seiner Integrität sind darin zentral. Terror hat in gar keiner Religion Platz. Wir teilen als Muslime in Bayern den Schmerz der Menschen in Frankreich und der Angehörigen derer, die bei diesem terroristischen Angriff ihre Leben verloren haben. Unser Beileid und tiefstes Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen. Dazu besuchen wir als Muslimische Dachverbände und Religionsgemeinschaften heute das Französische Generalkonsulat in München um unsere Kondolenz für das französische Volk auszusprechen.

Wir hoffen, dass das friedliche Zusammenleben zwischen allen Religionen und Kulturen in Bayern durch solche Ereignisse nicht gestört wird und werden weiterhin versuchen, die Zusammenarbeit zwischen den Kulturen zu stärken. Dabei hoffen wir auf die Mitwirkung der ebenfalls friedliebenden Einheimischen, damit die Partizipation besser gelingen kann. Nur so können wir verhindern, dass Menschen unter uns radikalisiert werden.

Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB)
Islamische Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG)
Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ)
Union der Islamisch Albanischen Zentren in Deutschland (UIAZD)
Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland (IGBD)
Muslimrat München e.V.